Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie
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VW-Projekt "Das soziale Gehirn"

Zusammenfassung: Das von der Volkswagenstiftung finanzierte Kooperationsprojekt „Das Gehirn als Beziehungsorgan: Interdisziplinäre Perspektiven auf die Entwicklung sozial induzierter Fähigkeiten“ setzt sich aus fünf Teilprojekten in verschiedenen Universitäten von den Fachbereichen Philosophie, Entwicklungspsychologie, Psychiatrie, Neurobiologie und Neuropsychologie zusammen. In diesem Projekt wird angenommen, dass das menschliche Gehirn die biologischen Anlagen für die Entwicklung spezifisch menschlicher Fähigkeiten wie Intentionalität, Interpersonalität, Empathie oder Sprachvermögen trägt und dass diese Fähigkeiten sich nur in einer soziokulturellen Umgebung entwickeln können.

Das Münchener Teilprojekt „Tiefgreifende Störungen der sozialen Kognition bei Personen mit Autismus“ untersucht die Beeinträchtigung der Einschätzung anderer Personen in sozialen Situationen bei Personen mit Autismus. Der kindliche Autismus ist gekennzeichnet durch eine frühe und spezifische Störung der sozialen Interaktion, Kommunikation und Vorstellungsvermögen, die im Sinne eines Theory of Mind-Defizits interpretiert wird, d.h. als Beeinträchtigung der Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und mentale Zustände anderer nachzuvollziehen. Die Spezifität dieser Beeinträchtigung autistischer Kinder hat sich als bedeutsam für das Verständnis der normalen Entwicklung der sozialen Kognition erwiesen.

Im Rahmen von mehreren Einzelstudien werden Personen mit Autismus und gesunde Kontrollpersonen mit den Methoden der Blickbewegungsstudien und des Elektroenzephalogramm (EEG) untersucht. Zudem werden mit den Teilnehmenden verschiedene Aufgaben aus dem Bereich der sozialen Kognition durchgeführt. Ziel des Teilprojekts ist das bessere Verständnis der spezifischen Defizite in der sozialen Informationsverarbeitung, die den Einschränkungen der Interaktionskompetenz bei autistischen Kindern zugrunde liegen.

Projektleitung: Prof. Dr. Beate Sodian

Projektmitarbeiter: Dipl-Psych Maria Vuori, Steffi Sabot, Djulia Tucev

 


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