
Tilo Strobach & Torsten Schubert
Kognitive Funktionen sind durch Training optimierbar. Diese Optimierung ist vor allem für Funktionen gezeigt worden, die mit dem Verhalten in komplexen und schwierigen Situationen assoziiert sind. Zum Beispiel wird das Verhalten in Situationen mit 2 unterschiedlichen Aufgaben (Doppelaufgaben-Situationen) durch Training optimiert. Obwohl es erste Studien zur Optimierbarkeit dieser kognitiven Funktionen auch bei älteren Erwachsenen gibt, sind viele Fragen in dieser Altersgruppe noch offen.
Das Ziel unserer Forschung ist es, die Optimierung der Leistungen in Doppelaufgaben-Situationen zu untersuchen. Dabei fokussieren wir (1) auf die Möglichkeiten und Grenzen der Optimierbarkeit durch Training, (2) die grundlegenden kognitiven Mechanismen für diese Leistungsoptimierung und (3) mögliche Transfereffekte auf Situationen, die nicht Gegenstand des Trainings sind.
Unsere bisherigen Studien haben gezeigt, dass die Leistung von älteren Erwachsenen in Doppelaufgaben-Situationen unter bestimmten Bedingungen auf ein Niveau jüngerer Erwachsener nach Training verbessert werden kann. Diese Studien haben weiterhin gezeigt, dass diese Verbesserung unter anderem auf eine verbesserte Koordination von 2 Aufgaben zurückzuführen ist.
In zukünftigen Studien soll vor allem der Aspekt der Transferierbarkeit von Relevanz sein. Dieser Aspekt ist nicht nur aus theoretischer Sicht wichtig; er zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Situationen und den assoziierten kognitiven Funktionen. Dieser Aspekt ist auch relevant, um Aussagen über die praktische Anwendung der verwendeten Trainings zu machen. Unter anderem stellt sich die Frage, ob auch komplexe Situationen im Alltag nach dem Training besser ausführbar sind.
Befunde aus den durchgeführten Lernstudien basieren vor allem auf Reaktionszeiten und Fehlerraten, die während des Trainings und den anschließenden Tests erhoben werden.