Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie (DE)
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Neue Forschergruppe

Förderung von Diagnosekompetenzen in simulationsbasierten Lernumgebungen an der Hochschule

18.07.2016

Neue Forschergruppe „Förderung von Diagnosekompetenzen in simulationsbasierten Lernumgebungen an der Hochschule“


Professor Frank Fischer startet eine Forschergruppe zum Erwerb von Diagnosekompetenzen in simulationsbasierten Lernumgebungen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet die Forschergruppe „Förderung von Diagnosekompetenzen in simulationsbasierten Lernumgebungen an der Hochschule“ unter der Leitung von Frank Fischer, Professor für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der LMU und TU ein.


Diagnosekompetenzen in Simulationen trainieren

Das Team der neuen Forschergruppe unter der Leitung von Frank Fischer untersucht, wie Simulationen im Studium gestaltet und eingesetzt werden können, so dass sie den Erwerb von Diagnosekompetenzen bei angehenden Medizinern und Lehrkräften fördern. Zwar ist es etwas anderes, ob ein Arzt bei einem Patienten eine Krankheit diagnostiziert oder eine Lehrkraft Fehlkonzepte bei einem Schüler einschätzt. Es gibt aber auch Parallelen: In beiden Feldern werden zielgerichtet Informationen zur Unsicherheitsreduktion gesammelt um medizinische beziehungswiese pädagogische Entscheidungen zu treffen. „Das Hochschulstudium bietet bislang wenig Möglichkeiten für eigenes Handeln in praktischen Diagnosesituationen und bereitet Studierende noch nicht optimal auf die tatsächlichen Anforderungen bei Diagnoseproblemen der Praxis vor“, sagt Frank Fischer.

Simulationen ermöglichen eigenes Handeln, allerdings hängt die Lerneffektivität davon ab, ob die Studierenden während der Bearbeitung in angemessener Weise unterstützt werden. „Bisher mangelt es an experimentellen Studien über die kausalen Zusammenhänge zwischen der Gestaltung von Simulationen (zum Beispiel Reduzieren des Zeitdrucks für das eigene Handeln durch die Integration von Reflexionsphasen), dem Diagnoseprozess und Diagnosekompetenzen. Zusätzlich ist unklar, inwiefern diese Zusammenhänge und Effekte von individuellen Basisfähigkeiten wie dem Arbeitsgedächtnis oder kontextuellen Rahmenbedingungen abhängen.“ Eine kontextuelle Rahmenbedingung wäre beispielsweise ob eine Diagnose alleine oder gemeinsam mit anderen gestellt wird. Die Forschergruppe plant daher mehrere Studien mit mehr als 3000 Teilnehmenden.

Die Forschergruppe und die geplanten Studien sind interdisziplinär angelegt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Biologie, der Physik, der Mathematik, der Psychologie und der Medizin arbeiten zusammen, um auch die Übertragbarkeit der Befunde zwischen den Bereichen ausloten zu können.


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