Sozialpsychologie
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Soziale und individuelle Funktionen von Rache

Soziale und individuelle Funktionen von Rache, Strafe und Vergeltung


Wann und warum wollen sich Menschen rächen? Was löst Rache aus? Wann ist Rache „süß“? Und was glauben Rächer, mit ihren Aktionen zu erreichen? Dies sind Fragen, die nicht nur aus einer grundlagenwissenschaftlichen Perspektive, sondern auch im Hinblick auf ein besseres Verständnis gesellschaftlicher Konflikte von Bedeutung sind. Viele unserer Befunde aus Laborexperimenten und Befragungen legen den Schluss nahe, dass Rache tatsächlich „süß“ sein kann, das heißt ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigt und emotionale Befriedigung verschaffen kann -- aber nur dann, wenn der Täter versteht, wieso Rache an ihm geübt wurde. Dies wiederum interpretieren wir als Hinweis darauf, dass der Rache eine Motivation zugrunde liegt, dem Täter eine Botschaft zu übermitteln: „So etwas kannst du mit mir nicht machen“. In neueren Studien untersuchen wir, ob und wann Rache auch dann „süß“ sein kann, wenn sie sich gar nicht mehr gegen den eigentlichen Täter richtet, sondern gegen eine unschuldige Person, welche lediglich der gleichen sozialen Gruppe wie der Täter angehört. Solche Formen „verschobener Rache“ sind ein Kennzeichen intergruppaler Konflikte und psychologisch erklärungsbedürftig.


Relevante Publikationen (Auswahl):


Gollwitzer, M., Braun, J., Funk, F., & Süssenbach, P. (2016). People as intuitive retaliators: Spontaneous and deliberate reactions to observed retaliation. Social Psychological and Personality Science, 7, 521-52.


Sjöström, A., & Gollwitzer, M. (2015). Displaced revenge: Can revenge be “sweet” if it aims at a different target? Journal of Experimental Social Psychology, 56, 191-202.


Funk, F., McGeer, V., & Gollwitzer, M. (2014). Get the message: Punishment is satisfying if the transgressor responds to its communicative intent. Personality and Social Psychology Bulletin, 40, 986-997.


Gollwitzer, M., Skitka, L. J., Wisneski, D., Sjöström, A., Liberman, P., Nazir, S. J., & Bushman, B. J. (2014). Vicarious revenge and the death of Osama bin Laden. Personality and Social Psychology Bulletin, 40, 604-616.


Gollwitzer, M., & Bushman, B. J. (2012). Do victims of injustice punish to improve their mood? Social Psychology and Personality Science, 3(5), 572-580.


Gollwitzer, M., Meder, M., & Schmitt, M. (2011). What gives victims satisfaction when they seek revenge? European Journal of Social Psychology, 41, 364-374.


Gollwitzer, M., & Denzler, M. (2009). What makes revenge so sweet: Seeing the offender suffer or delivering a message? Journal of Experimental Social Psychology, 45(4), 840-844.


Gollwitzer, M. (2009). Justice and revenge. In M. E. Oswald, S. Bieneck, & J. Hupfeld-Heinemann (Eds.), Social psychology of punishment of crime (pp. 137-156). Hoboken, NJ: Wiley.


Servicebereich

Forschungsprojekte

Center for Leadership and Peoplemanagement