
Sozialer Ausschluss führt zu schwerwiegenden Konsequenzen: Neben der Beeinträchtigung wichtiger psychologischer Faktoren werden auch auf physischer Ebene Schmerzareale aktiviert. Sog. „soziale Snacks“ können die negativen Effekte auf psychologischer Ebene puffern: So reduzieren das Ansehen von Lieblingsfilmen, Fotos geliebter Menschen oder sogar das Essen von Hühnersuppe den sozialen Schmerz. Zeigen sich diese positiven Effekte auch physisch? Und bei welchen Menschen?
Laborexperiment mit BioPac (EKG, EDA, Puls)
Manipulation des Exklusionsstatus z.B. durch Cyberball oder Filmausschnitte
Manipulation der Zugänglichkeit von Social Snacks z.B. durch Fotos
Bearbeitung von 2 Personen möglich
Soziale Exkludierung ist eine fundamentale menschliche Motivation: Ein Ausschluss, der selbst nur einen kurzen Augenblick stattfindet, kann das Gefühl von Zugehörigkeit, den Selbstwert, das Gefühl von Kontrolle und sinnvoller Daseinsberechtigung reduzieren. Personen mit einem ausgeprägten interdependenten Selbstkonzept sind hiervor in größerem Maße geschützt. Was geschieht aber, wenn dieses Selbstkonzept durch Priming verändert wird? In dieser Arbeit sollen neben psychologischen Variablen auch physische Komponenten untersucht werden.
Laborexperiment mit BioPac (EKG, EDA, Puls)
Manipulation des Exklusionsstatus z.B. durch Cyberball oder Filmausschnitte
Manipulation des Selbstkonzepts durch Priming
Bearbeitung von 2 Personen möglich
Wir freuen uns, wenn Sie Interesse haben, im Rahmen einer dieser Studien Ihre Bachelorarbeit zu verfassen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Michaela Pfundmair (michaela.pfundmair@psy.lmu.de).
Die Führungsforschung hat in den letzten Jahrzehnten verstärkt Konzepte der hierarchischen Mitarbeiterführung fokussiert (z.B. transformationale Führung, authentische Führung, ethische Führung). Diesen Konzepten ist gemeinsam, dass sie von einer Führungskraft ausgehen, die einen bedeutsamen Einfluss durch Interaktion mit ihren Mitarbeiter(innen) ausübt (z.B. Ziele setzen, motivieren, Feedback geben).
Angesichts zunehmender Komplexität und Einflussnahme von Mitarbeiter(innen) in der heutigen Arbeitswelt erscheinen solche hierarchischen Konzepte die Führungs- und Zusammenarbeitspraxis in Unternehmen jedoch nur unzureichend abzubilden. Das Konzept der geteilten Führung („Shared Leadership“) wurde daher eingeführt, um komplexere Prozesse der wechselseitigen Einflussnahme in Teams zu beschreiben. Geteilte Führung wird nach Pearce und Craig (2003) definiert als dynamischer, interaktiver Einflussprozess zwischen Individuen in Gruppen, dessen Ziel es ist, sich wechselseitig zur Zielerreichung zu führen. Statt die Entscheidungskompetenzen einer einzelnen Person in der Gruppe zuzuordnen, haben alle Gruppenmitglieder gleichermaßen Einfluss auf die Aktivitäten in der Gruppe.
Mögliche Forschungsprojekte im Rahmen einer Abschlussarbeit:
Das Konzept der geteilten Führung wurde in ersten Studien empirisch überprüft, lässt jedoch noch großen Spielraum zur weiteren wissenschaftlichen Analyse:
1. Welche Charakteristika differenzieren „Shared Leadership“ von anderen Führungstheorien?
Beispiel: Interviewstudie in Arbeitsteams die eine geteilte Führungsstruktur aufweisen
2. Wie kann „Shared Leadership“ gemessen werden?
Beispiel: Entwicklung eines quantitativen Messinstruments zur Erfassung wesentlicher Dimensionen der geteilten Führung
3. Welche positiven und negativen Konsequenzen resultieren aus „Shared Leadership“ im Vergleich zu hierarchischer Führung?
Beispiel: Laborexperiment zum Einfluss von geteilter Führung auf die Wahrnehmung von Job Engagement und Burnout
Beispiel: Laborexperiment zur Analyse des Einflusses von Moderatorvariablen auf die Wirkung von geteilter Führung
Beispiel: Fragebogenstudie in Unternehmen mit unterschiedlichen Gruppenstrukturen (z.B. Expertenteams in der Wissenschaft)
Ansprechpartnerin:
Dr. Susanne Braun, Tel.: 089-2180-9778, sbraun@psy.lmu.de
Immer wenn Menschen an etwas denken entstehen mentale Repräsentationen. Die Construal Level Theory (CLT) zählt zu den führenden, zeitgenössischen Theorien mentaler Konstruktionen in der Sozialpsychologie. Eine der Grundannahmen der CLT ist, dass mentale Repräsentationen vom subjektiven Entfernungsgefühl – der sogenannten psychologischen Distanz – zu Objekten beeinflusst werden. Unsere mentalen Repräsentationen, also die Konstruktionen dessen, worüber wir nachdenken, unterscheiden sich, je nachdem wie weit beispielsweise ein interessierendes Ereignis in der Zukunft liegt. Je ferner dies erscheint, desto größer ist die psychologische Distanz und desto abstrakter ist die mentale Repräsentation. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der MunichRe untersuchen wir mentale Repräsentationen (construals) und deren Einfluss auf Entscheidungen.
Mögliche Themen für Bachelorarbeiten:
1. Wie kann das aktuelle Abstraktionsniveau von Menschen gemessen werden?
Entwicklung eines Instruments zur Erfassung des Abstraktionsniveaus (construal level) bei konkreten/abstrakten Planungen (z.B. Umzug in 2 Tagen/nächstes Jahr) und Entscheidungen (z.B. PC-Spiel: links oder rechts gehen vs. Entscheidung in unrealistischer Situation).
2. Welchen Einfluss hat das Abstraktionsniveau auf die Planung von Entscheidungen und das tatsächliche Verhalten?
Experiment: Manipulation des Abstraktionsniveaus > Entscheidungs-/Einschätzungsaufgabe (theoretisch/planend) > weitere Entscheidungsaufgabe (aktiv/tatsächliches Verhalten)
3. Welchen Einfluss haben das Abstraktionsniveau und Persönlichkeitseigenschaften auf das Verhalten in Risikosituationen?
Experiment: UV: Manipulation des Abstraktionsniveaus und Messung von Consideration of future Consequences (welches Gewicht geben Personen nahen und fernen Zielen) > AV: Risikoverhalten (verschiedene Aufgaben möglich)
Wir freuen uns, wenn Sie Interesse haben, im Rahmen einer dieser Studien Ihre Bachelorarbeit zu verfassen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Eva Lermer (eva.lermer@psy.lmu.de).
Gerechtigkeit ist ausgesprochen wichtig für Menschen. Die psychologische Gerechtigkeitsforschung ging bisher davon aus, dass Ressourcenverteilungen (z.B. Prämien, Güter) dann als gerecht empfunden werden, wenn sie nach bestimmten Regeln (z.B. Gleichheit, Leistung, Bedürftigkeit, Anrecht) erfolgen. Ferner wurde angenommen, dass diese Regeln unabhängig sind und in bestimmten Kontexten bevorzugt werden (z.B. Bedürftigkeit bei sozialer Sicherung wie Krankenkasse). Neuere Forschungen zeigen aber, dass Menschen unterschiedliche Verteilungsregeln miteinander kombinieren, um zu einem Urteil darüber zu kommen, ob eine Ressourcenverteilung gerecht oder ungerecht ist. In meiner Forschung will ich nun klären, unter welchen Bedingungen (Kontext, Personenmerkmale) Personen welche Verteilungsregeln oder Kombinationen aus Verteilungsregeln bevorzugen. Im Rahmen dieser Forschungsfrage vergebe ich drei Bachelorarbeiten:
1. Studie 1: Merkmal der Person: In dieser Studie werden unterschiedliche Ressourcenverteilungen (z.B. gleich, annähernd gleich, ungleich) zwischen Personen in unterschiedlichen Kontexten (z.B. Universität, Privat, Arbeit) vorgeben. Die Untersuchungsteilnehmer sollen dann jeweils Merkmale für die Personen angeben. Ausgewertet wird, welchen Verteilungsregeln distributiver Gerechtigkeit die angegebenen Merkmale entsprechen.
2. Studie 2: Bevorzugte Verteilung: In dieser Studie werden Merkmale von Personen in unterschiedlichen Kontexten beschrieben. Die Untersuchungsteilnehmer sollen dann jeweils Ressourcenverteilungen für die Personen angeben. Ausgewertet wird, welchen Verteilungsregeln distributiver Gerechtigkeit die angegebenen Verteilungen entsprechen.
3. Studie 3: Kontext: In dieser Studie werden unterschiedliche Ressourcenverteilungen zwischen Personen und Merkmale dieser Personen beschrieben. Die Untersuchungsteilnehmer sollen dann jeweils Kontexte angeben, die sie für die Verteilung und Personenmerkmale als passend erachten. Ausgewertet wird, in welchen Kontexten & Personenmerkmale welche Verteilungsregeln distributiver Gerechtigkeit bevorzugt werden.
Ich freue mich, wenn Sie Interesse haben, im Rahmen einer dieser Studien Ihre Bachelorarbeit zu verfassen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Bernhard Streicher (streicher@psy.lmu.de).
Wie reagieren Menschen auf die Einschränkung ihrer Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten? Zwei zentrale Theorien der Sozialpsychologie beschäftigen sich mit dieser Frage: Die Reaktanz- und die Fairnesstheorie. Gemäß der Reaktanztheorie sollten Menschen auf Freiheitseinschränkungen stark aversiv reagieren und motiviert sein, wahrgenommene Freiheit wieder herzustellen. Nach der Fairnesstheorie sollten die Reaktionen wesentlich davon abhängen, als wie fair der Prozess bzw. das Ergebnis der Einschränkung erlebt wird. Im Rahmen eines größeren Forschungsprojektes untersuchen wir (Dr. Verena Graupmann & Prof. Dr. Bernhard Streicher) wie sich Reaktanz- und Fairnessreaktionen unterscheiden und ob es sich möglicherweise um zwei unterschiedliche Prozesse handelt. Eine Modellannahme ist, dass Reaktanzreaktionen eher in dyadischen Interaktionen auftreten, Fairnessreaktionen dagegen in sozial komplexeren Interaktionen wie Gruppen. Zur Überprüfung dieser Annahme vergeben wir Bachelorarbeiten zu folgenden Studien:
1. Qualitative Studie: Personen sollen mittels strukturierter Interviews berichten in welchen sozialen Situationen sie typische Phänomene von Freiheitseinschränkungen und/oder Unfairness erlebt haben.
2. Szenarienstudie: Entwicklung und Testung von Szenarien, in denen die Entscheidungs- bzw. Handlungsmöglichkeit einschränkt wird. Manipuliert wird als UV, ob die Einschränkung durch einen einzelnen oder durch eine Gruppe erfolgt. Als AV wird das Ausmaß an vermutlich erlebter Reaktanz bzw. Unfairness erhoben.
3. Experiment: Die Versuchspersonen werden bei der Auswahl von Gütern (z.B. Bücher, Schokoriegel) entweder durch eine Einzelperson oder durch eine Gruppe eingeschränkt. Als AV wird das Ausmaß an erlebter Reaktanz bzw. Unfairness erhoben.
Wir freuen uns, wenn Sie Interesse haben, im Rahmen einer dieser Studien Ihre Bachelorarbeit zu verfassen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Bernhard Streicher (streicher@psy.lmu.de).
Die Förderung des Frauenanteils in Führungspositionen ist seit längerer Zeit ein wichtiges Anliegen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, zu dessen Zweck zahlreiche Forschungsprogramme und Interventionsstrategien auf nationaler und europäischer Ebene ins Leben gerufen wurden. Aus bisherigen Arbeiten konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, jedoch sind Frauen in Führungspositionen im Vergleich zu Männern noch immer deutlich unterrepräsentiert. In den Bachlorarbeiten zu diesem Thema soll es um mögliche Gründe für diese Ungleichverteilung und verwandte Fragestellungen gehen
Mögliche Fragestellungen für Bachelorarbeiten:
1. Wie wirkt sich die unterschiedliche Gestaltung von Stellenanzeigen auf die Motivation von Frauen und Männern aus, sich auf diese Stellen zu bewerben?
2. Wie können Vorurteile und Stereotype über Frauen in Führungspositionen abgebaut werden?
3. Wie wirken sich Attraktivität oder Kommunikationsstil von Frauen und Männern auf Ihre Einstellungschancen für Führungspositionen aus?
4. Welche wichtigen Ergebnisse kann man aus der Literatur zu Frauen in Führungspositionen in den letzten Jahren ableiten?
Ansprechpartnerin
Dr. Susanne Braun, Tel.: 089-2180-9778, sbraun@psy.lmu.de