Wirtschafts- und Organisationspsychologie
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LFP "Is the popularity of music a signal of its quality?" Sozialer Einfluss und Einstellungen auf kulturellen Märkten

Semester: SoSe 2013 & WiSe 2013/2014

Dozenten: Prof Dr. Felix Brodbeck & Dipl. Psych. Tom Schiebler & Dr. Gesa Petersen

Kurzbeschreibung

In kulturellen Märkten (Filme, Bücher und Musik) sind zwei Phänomene beobachtbar: Un-gleichheit - einige wenige Produkte haben übermäßig großen Erfolg (Rosen, 1981) und Un-vorhersagbarkeit - welches Produkt »Superstar« wird ist nicht vorhersagbar. Salganik, Dodds und Watts (2006) haben gezeigt, dass sozialer Einfluss in elektronischen Märkten, vermittelt über die Rückmeldung von Download-Hitlisten, eine Ursache für Ungleichheit und Unvor-hersagbarkeit darstellen kann. Bisher nicht empirisch untersucht wurden die diesem Phäno-men zugrundeliegenden psychologischen Prozesse der sozialen Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung. Nach der Theorie des geplanten Verhaltens (Fishbein & Ajzen, 1975) bestimmen Einstellungen das Verhalten gegenüber Einstellungsobjekten, soziale Informatio-nen können hierbei zu einer Einstellungsänderung führen. Nach Petty und Cacioppos (1986) Elaboration-Likelihood-Modell kann diese Einstellungsänderung über eine periphere oder eine zentrale Route erfolgen, wobei nur über die zentrale Route zeitlich stabile Einstellungs-änderungen erreicht werden sollten. Um die Anwendbarkeit dieser Modelle auf individuelle Entscheidungen in Musikmärkten zu untersuchen, wurde ein Online-Experiment entworfen, in dem die Teilnehmer sechs verschiedene Musikstücke anhören und eines davon herunterla-den konnten. Experimentell manipuliert wurden die dargebotenen sozialen Informationen (Downloadzahlen und Rezensionen) sowie der zeitliche Abstand zwischen Informationsdar-bietung und Entscheidung. Erste Ergebnisse zeigen einen Einfluss sozialer Informationen auf die individuelle Einstellungsbildung, die Art der Verarbeitungsroute und letztlich auch die (spätere) Entscheidung für ein bestimmtes Musikstück. Die Relevanz dieser Individualebe-nen-Prozesse für Makroebenen-Effekte wird diskutiert: Das Auftreten von unvorhersagbaren Superstars ist in kulturellen Märkten vor allem dann zu erwarten, wenn soziale Informationen vorwiegend peripher verarbeitet werden.


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