Wirtschafts- und Organisationspsychologie
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LFP Verletzung von relationalen Modellen in Teams und deren Konsequenzen

Semester: SoSe 2015 & WiSe 2015/2016

Dozenten: Dr. Katharina Kugler & Mag. rer. nat. Johannes Arendt

Kurzbeschreibung

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit in Teams erfordert unter anderem die Regulation der Beziehungen zwischen den Teammitgliedern. Es bilden sich Beziehungsnormen heraus, welche das eigene Handeln leiten und durch welche Erwartungen über die Handlungen anderer gebildet werden. Die Theorie der relationalen Modelle postuliert vier elementare Beziehungsmodelle bzw. Schemata, nach welchen soziale Interaktion grundlegend geregelt wird. Welche Handlungen und Ereignisse im sozialen Miteinander in Teams als gerecht oder ungerecht bzw. angemessen oder unangemessen empfunden werden, hängt davon ab, welches relationale Modell von den Teammitgliedern angenommen und erwartet wird.
In einer empirischen Studie wurde der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen zu erwarten sind, wenn eine Verteilung von Ressourcen den „üblichen“ Beziehungsnormen in einem Team widerspricht. In einem Szenarien-basierten Online-Experiment (n=441) wurde untersucht, wie sich die Passung bzw. „Nicht-Passung“ zwischen einer Ressourcenverteilung und den bestehenden Beziehungsnormen eines Teams auf die Bereitschaft zu verschiedenen im Arbeitskontext relevanten Verhaltensmaßen wie Organisational Citizenship Behaviour und Counterproductive Work Behaviour auswirkt. Den Teilnehmern wurde dabei die Beschreibung eines fiktiven Teams und des in diesem Team dominierenden relationalen Modells präsentiert, gefolgt von einer Bonusverteilung, welche entweder im Einklang oder im Widerspruch zu den eingangs beschriebenen Beziehungsnormen stand.
Bei einer Passung der Bonusverteilung zu der vorherrschenden Beziehungsnorm zeigte sich im Vergleich zu einer „Nicht-Passung“ eine signifikant höhere Bereitschaft zu Organisational Citizenship Behaviour. Diese Beziehung wurde durch das Gerechtigkeitserleben und emotionale Reaktionen mediiert.
Die Ergebnisse leisten einen Beitrag für das Verständnis von Gerechtigkeitserleben und Beziehungsnormen am Arbeitsplatz und zeigen beispielhaft, wie die Theorie der relationalen Modelle im Arbeitskontext Anwendung finden und Verhalten erklären kann.

Veröffentlichung

Obermeier, M., Kunz, F., Albrecht, J., Straßer, L., Arendt, J. F. W., & Kugler, K. G. (2016). Verletzung von relationalen Modellen in Teams und deren Konsequenzen. Präsentiert auf der Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Leipzig, Deutschland.


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